So flott kann es gehen …
Freitag, Oktober 17th, 2008wenn man nur für genug Hysterie, Panik und Pathos sorgt, wenn man ein Gesetz durchpeitschen will. Das wird den Michel noch bitter reuen, daß er zu faul, verblödet und belatschert war, sich damit zu befassen. Ich kanns nur immer wieder warnend sagen: Wenn je herauskommt, wie sehr der Michel verarscht worden ist, dann gute Nacht!
Im amischen Land wurde ja wenigstens noch heftig und deutlich gegen das Bail-Out-Gesetz des Herrn Paulson gewettert. Hierzulande feiert sich die politische “Klasse” gänzlich unbehelligt von Volkes nicht vorhandener Meinung und, ergo, nicht vorhandener Unbill selbst als Retter der Banken, der Wirtschaft, des Lebens und des Universums und winkt mal nebenbei im Eiltempo 500 läppische Milliarden in Form einer peinlichen Blindkopie des amischen Bail-Out-Gesetzes durch, dieweil z.B. beim Thema Hartz IV um Milliönchen geschachert wird und die niederste Stufe der Neiddebatte im Volk massiv gefördert wird. ‘Ekelhaft’ trifft die Sache noch nicht mal im Ansatz. Einziger Trost: Die 500 Milliärdchen werden auch nix mehr richten, es kommt eh’ wie es muß.
Und ansonsten ist ja heute auch nix passiert. Es passiert ja eigentlich auch seit Tagen nichts:
Der Baltic Dry Index säuft ab. Daran erkennt man, daß der Welthandel grad massiv abschmiert. Der Schiffsverkehr, sie verstehen … die Pötte liegen weltweit mehr und mehr fest, weil die Händler keine Warenterminkredite mehr von ihren Banken bekommen, weil der Interbankenzins so hoch ist und man sich bekanntlich nicht mehr übern Weg traut. Aber das ist ja weiters nicht dramatisch und wird erst dann spannend, wenn der Michel in wenigen Wochen feststellt, daß unter dem Supermarkt im Keller weder Reis aus Thailand, noch Tee aus Indien, noch Winterspargel aus Bolivien geschweige denn Kaffee aus Afrika wächst. Wenn das erst mal rauskommt, dann wirds bunt. Wei wei.
Die Börsen tanzen Polka. Mal hoch, mal runter, Heidewitzka! Sinnvoll erklärbar ist das nur noch schwer bis gar nicht, man muß es aber auch nicht mehr erklären, weil der Laden eh’ demnächst in die Luft fliegt bzw. in den Keller sackt, wenn nicht mindestens mehrere Wunder geschehen. Und Hallohöööö!!! Ein Wunder hammwa ja sogar derzeit, das sind die anstehenden U.S.-Wahlen. Bevor der Affentanz nicht vorüber ist, sinkt die Titanic nicht weiter, dafür wird aufs Durchschaubarste gesorgt. Koste es, was es wolle …
Merril Lynch und die Citigroup haben bezaubernde Quartalsergebnisse abgeliefert und sind jetzt ganz sicher bestens gerüstet für das Platzen der Kreditkartenblase und des Derivatemülls der Gebrüder Lehmann und anderer unschöner Dinge, die da noch lauern …
Singapur garantiert jetzt auch mal nebenbei alle Bankeinlagen nebst aller Forex-Einlagen. Warum wohl?!
Die Zentralbanken fluten den Markt mit Knatter, daß es grad so kracht. Fragen Sie mich nicht nach Zahlen. Suchen sie nach realen verläßlichen Angaben im Weltnetz und Ihnen wird beim Realisieren der ungeheuren Geldmenge, die derzeit wie irre in den Markt gepumpt wird Angst und Bang. Dann machen Sie sich noch klar, daß ein Großteil dieses Geldes mit fragwürdigsten Sicherheiten versehen ist und sie ermessen ein wenig von dem, was da derzeit gerade abläuft … von da an bis zum Begreifen dssen, was daraus werden kann, ist es dann nur noch ein kleiner Schritt auf dem Weg …
Was hübsches in trister Zeit wenigstens noch zuletzt: Die Firma Apfel, die ich ja bekanntermaßen nach wie vor grandios finde, hat diese Woche ganz sturzenbezaubernde neue MacBooks herausgebracht und ich würde mir zu gerne irgendwie eines dieser süßen kleinen sinnlosen schweinsteuren Dinger aus Alu ergattern bevor die komplett unbezahlbar werden wenn die Nullen nicht mehr auf die wertlosen Geldscheinchen passen nächstes Jahr. Notfalls kann man so ein Teil bekanntlich mit nem gescheiten Solarpaneel oder dem Kurbelladegerät (und einiger Ausdauer) betreiben.




