Wegflation …
Dienstag, April 21st, 2009könnte man das nennen, was da anscheinend im Anmarsch ist. Nun palavere ich ja schon lange von all diesen lustigen Dingen, aber was ich da heute in der FAZ lesen durfte war dann wieder einmal so ein hübscher kleiner Artikel, der mich anhand meiner täglichen Beobachtungen und Lektüre leider aufs Neue in meiner Meinung bestätigt, daß die Mehrheit der Bürger in diesem Land beileibe noch nicht mal ernsthaft begonnen hat zu begreifen, was diese Krise wirklich bedeutet, und was noch auf uns zurauscht an Unbill. Es sieht in anderen Ländern anders aus, die Iren, die Franzosen, die Polen, die Spanier, die Griechen zumal, haben, so glaube ich, schon weit mehr begriffen als wir trägen langsamen Deutschen, was die Stunde gechlagen hat. Sehen wir, was als nächstes kommt. Erstmal brauchen laut IMF die Banken in den USA 275 Milliarden Dollar, die europäischen benötigen schlappe 600 Milliarden, um zu überleben. Da wird mir elend. Und ich ahne Böses. Aber bitte, mal sehen, woher die Knatter wieder kommen soll, wer das schultern soll, ist mir rätselhaft. da wird dann wohl oder übel den tatsächlich und wahrhaftig Reichen Herren und Damen der teure Pelz von den Knochen gezogen werden müssen, weil, der Normalbürger z.B. in diesem Land kann das selbst vermittels abenteuerlichster Steuererhöhungen nicht leisten. Die SPD bölkt ja diesbezüglich schon ersten Unsinn herum. Am übelsten aber sieht es derzeit wohl bei den Briten aus, deren Pfund ist ohnehin nicht mehr das, was es mal war und deshalb lohnt sich stets ein netter Abend der Auktionssuche im Netz, um z.B. das hier für schon fast peinlich lächerlich kleines Geld zu finden:
Ich dachte, ich werd’ blind, als mir dieses wirklich selten schöne und zudem sehr alte Kleinod im Netz vor geraumer Zeit vor die zarte Kralle geriet. Dafür würde man hier beim Höker entspannt ein Vielfaches dessen bezahlen, was das traumschöne Service gekostet hat. Was dafür auf dem krankhaft teuren Flohmarkt auf der Straße des 17. Juni verlangt würde wage ich mir nicht mal auszudenken! Dort übrigens kann man am Wochenende schön stöbern, aber die Händler da sind zum überwiegenden Teil so derart durchgedreht in ihren Preisvorstellungen und so unwillig zum Feilschen, daß einem Zuweilen jede Freude an schönen alten Dingen vergeht. Letzthin wurde mir da z.B. von einem liebenswürdigen älteren Herrn, der anderswo im Netz sehr gelobt wurde und den ich u.A. aufgrund dieser Empfehlung aufsuchte, eine runierte alte Teekanne für ein unverschämtes Geld angeboten, bedenkt man den grauenvollen Zustand des Stücks, 50 Steine für ein heillos verkratztes, stumpfes, eingedelltes und innen völlig versifftes Irgendwas, welches man mit viel gutem Willen als ehemals schönes Beispiel englischer Handwerkskunst im Queen Anne-Stil erkennen konnte, ein skandalöses Trauerspiel für jeden, der alte Teekannen liebt. Da hätte auch kein stundenlanges Putzen mit Goddard’s mehr geholfen. Ich lehnte freundlich dankend ab und teilte dem netten Herrn dezent mit, daß man für das Geld derzeit im Netz komplette Teeservice in bestem Zustand en masse ersteigern kann und er seine Einkaufsgewohnheiten und Preisvorstellungen vielleicht ein wenig überdenken sollte. Deshalb lieber Empire in einem Zustand der fast neuwertig daherkommt. Dazu einen Golden Yunnan und Moszkowskis Klavierkonzert Op.59 in E-Dur und die durchgedrehte Welt ist wieder im Lot.





