Schwanzlurche …
Mittwoch, Februar 10th, 2010auch Axolotl genannt, sind ja meine Sache nicht, und Literaturkritik ebensowenig wie Berghain und “hippe” Jugendunkultur. Aber es ist schon hochgradig erheiternd, wenn man sehr entspannt zusehen kann wie sich derzeit eine allzu junge Dame, anscheinend aus dem Dunstkreis der bis zum Abwinken breitgelaberten Berliner Hobby-Bohéme, zur kompletten Lachnummer macht, indem sie sich nicht nur erst von dem versammelten Medienzirkus der Republik hochschaukeln läßt für ihr literarisch anscheinend recht dürftiges Werk, nein, das jungsche Madammchen hat offenbar auch noch ganz dreist abgekupfert, wo es grad passend war. Hört man so. Nun, spätestens seit dieser anstrengenden Frau mit dem Pipimuschiriechensmalundlaufenswegbuch und dem peinlichen allseitigen Gewese um dieses “Werk” habe ich es grundsätzlich aufgegeben, mich mit derlei flachem Geschreibsel auch nur rudimentär zu befassen, andernfalls befände ich mich ja pausenlos im Zustand der vollkommenen und totalen Fremdscham, und wer will denn sowas haben? Ich konnte eine gewissse Sorte “Literatur” noch nie besonders gut ertragen, aber in den letzten Jahren sind mir da so einige Dinger in Buchform vor die Augen gekommen, die mich in ihrer grausam schlechten Schreibe derart entsetzt haben, daß ich mich dann doch lieber darauf beschränke, die Bestenlisten diverser Magazine zu meiden wie der Teufel das Weihwasser und mich lieber überraschen lasse von schönen Zufallsfunden. Wahlweise erinnert man sich gerne auch einmal an die Klassiker. Den ganzen unlesbaren neumodischen Rest verbuche ich unter “Niedergang des Abendlands”, trinke guten Tee aus englischen Silberkännlein und Rosenthal mit Blumenmuster und hoffe auf bessere Tage …
Nebenbei kann ich heute nur wärmstens das Konzert für Klavier und Orchester No. 1 in B-Dur op. 16 von Sergei Bortkiewicz anempfehlen. Die Aufnahme von Hyperion mit Stephen Coombs aus der “Romantic Piano” -Serie ist ganz zauberhaft! Wenn schon schlechte Bücher derart Präsenz im öffentlichen Raume greifen können, daß einem fast die Sahne im feinen Tee gerinnt, dann wenigstens die ganze gräßliche Malaise mit ausgesprochen guter Musik ertragen!



