Ein langes Schweigen
geht doch irgendwann zu Ende.
Nun ist endlich Zeit und vor allem: Lust und Muße vorhanden, hier ab und an wieder einige Zeilen zu hinterlassen.
Denn ich war höchst schreibunlustig. Mir war so gar nicht danach, mich der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Wozu denn auch, dachte ich mir. Monate lang. Nachdem diese schwerst grenzmelancholisch- philosophisch-abstruse Phase meines Daseins sich kürzlich verflüchtigt hat, ist mir wieder nach Gezeter.
Nun, ich bin wohl doch eine launenhafte Person!
Und aus einer Laune heraus habe ich letztes Wochenende auf dem Flohmarkt um die Ecke dieses zauberhafte Bildwerk erstanden.
Da hing das pralle Frühlingsversprechen Schneeumweht in der Eiseskälte und es war mir gänzlich unmöglich, das zauberhafte Öl auf Holz da zurückzulassen. Jetzt harrt es auf einen passenden Platz im grünen Salon.
Denn wenn man hilflos mit ansehen muß, wie die Welt offensichtlich beschlossen hat in einer lustigen finanziellen Scheinwelt zu existieren, in der so getan wird, als sei jetzt, “nach der Krise”, alles wieder hübsch und der “Aufschwung” eine Realität und keine herbeistatistisierte Chimäre, dann kann ich derweil ja wohl ebenfalls meinen eigenen kleinen Illusionen frönen. Die heillose Überfrachtung des bescheidenen Heims mit zauberhaft schönen Dingen scheint mir dabei eine gute Handlungsweise zu sein, um die kurze Zeit bis zum Paukenschlag der “Rückkehr” der Krise sinnvoll zu nutzen. Der Gatte hat Freude, ich etwas sinnvolles zu tun, das Haus ist behaglich und die Händler der Flohmärkte verdienen auch daran, was wiederum zeitgemäß die Ilusion unterstützt, die Wirtschaft einer dem Export ausgelieferten Nation könne in solchen Zeiten, bei der gobalen Gemengelage, in erwähnenswertem Maße angekurbelt werden. Griechenland, sage ich nur. Griechenland! Und Portugal! Aber das ist ja inzwischen allseits bekannt. Vor einem Jahr sprach ich schon von diesem kommenden Unheil, da galt ich als Unke …




