Archive for April, 2009

Beatrice Arthur …

Samstag, April 25th, 2009

hat sich heute morgen im Alter von 86 Jahren in Los Angeles für immer von dieser Welt verabschiedet. Ohne diese großartige, markante Dame mit der dunklen Stimme wären meine  Jugendjahre nicht ganz so schön gewesen wie sie es waren. Und ohne die vielen Golden-Girls-Abende in trauter Herrenrunde mit Kaffee und Käskuche wäre so manches nicht gewesen, was bis heute nachwirkt. Und wo wäre man denn als Damenimitatrice ohne “Bosom Buddys” aus Mame, welches eine grandiose Bea Arthur gemeinsam mit einer ebenso grandiosen Angela Lansbury gesungen hat?! Vieles von dem, wofür sie in der englischsprachigen Welt bekannt und gefeiert war ist leider in Deutschland nahezu unbekannt. Auf dem Biography Channel lief erst letzthin ein Special über sie, vielleicht wird das ja jetzt nochmal wiederholt. Die Arthur war durchaus weit mehr als “nur” Dorothy Zbornak, sie war z.B. auch Maude in der gleichnamigen US-Serie und eine mehr als moderne Frau, eine der ganz großen zumal. Zudem ist sie als heterosexuelle Frau weitaus mehr als die meisten anderen ach so glamourösen, heute ganz entspannt und offen  schwul lebenden Damen und Herren des Showbiz für die Schwulenbewegung und auch die Tunten aktiv eingetreten, und das bereits zu einer Zeit lange vor den Siebzigern, als andere ihrer Zunft das noch nicht mal im Traum gewagt hätten. Ein bißchen Recherche lohnt sich!

Danke, Bea – und: Gute Reise!

BeatriceArthur

Für 816 Milliärdchen …

Samstag, April 25th, 2009

muß eine alte Transe lange ihren Bobbo verkaufen. Sehr, sehr lange. Man müßte mal berechnen, wie viele Inkarnationen da bei einer mittleren Durchschnittsbezahlung für wüste Liebesdienste drauf gehen würden. Die Süddeutsche hat jedenfalls heute, Freitag Abend ein lustig Fäßlein aufgemacht mit ihrem Artikel über ein vertrauliches, internes Papier der Bafin, das leider, ganz ungewollt, das grelle Licht einer krisenüberfrachteten und medial noch vortrefflich eingelullten Öffentlichkeit erblicken mußte, sehr zum Leidwesen der Herren und Damen aus den besseren Chargen der betrügerischen heuchlerischen verantwortungslosen Abzockerbande des Bankenwesens. Es wird selbstverständlich alles erst einmal zurecht dementiert, und es wird abgewiegelt, bis nix mehr zu wiegeln geht, und das so dämlich laut und durchschaubar, daß ich fast versucht bin, davon auszugehen, daß selbst diese Zahlen noch lange nicht die harte Realität wiederspiegeln. Und vielleicht, wer weiß, ist das am Ende ja auch alles nur eine böse Zeitungsente. Ich beobachte diesen ganzen köstlichen Irrsinn ja nun schon einige Monate, und diese heutigen Zahlen hauen mich nun wirklich nicht mehr um. Es wundert mich eher, daß es nicht noch mehr ist. Mal schauen, wie die Sache sich entwickelt. Ich lausche dieweil den Nocturnes des Herrn Chopin, von Michéle Boegner einegespielt auf einem Pleyel von 1836 und trinke dazu einen gar köstlichen Earl Grey von der feinen Sorte, genieße die Ruhe der Frühlingsabende vor dem großen Sturm des Herbstes und erwarte entspannt den unvermeidlichen finanziellen Gallopp, welcher uns allen wohl in relativ absehbarer Zeit bevorsteht. Und weil es mir grad so eine Freude macht: Noch dieses zur Nacht …

teeserviceashberry1912

Philip Ashberry & Sons, Sheffield, 1912.

Übrigens ist endlich auch das vor Tagen hier erwähnte, im Gewirre der schlamperten Post  zeitweilig verschollene Tablett von Viners aus dem Jahr 1926 eingetroffen. Wurde auch mal Zeit! Nun mag es ja Leute geben, die sich fragen, wozu eine alte Transe so viele verschiedene Teegedecke benötigt. Nun, den Bobbo verkaufen kann man nur bis zu einem gewissen Alter, obwohl, also, man kann ja auch später derlei versuchen und gar auch tun, aber schön ist das ja nicht wirklich, wer will schon … aber gediegen Tee trinken ist schön und bleibt immer schön, zumal mit dem passenden Geschirr, und man kann das machen bis einem am Ende seiner absurden Tage die letzte Tasse aus der welken Kralle fällt. Zudem ist Abwechslung ja bekanntlich das halbe Leben, oder benutzen Sie etwa jeden Tag der Woche dieselbe Unterwäsche und denselben Dutt?! Nein? Also, sehnse!

Auf den klammen Inseln …

Donnerstag, April 23rd, 2009

gibbet bald noch mehr Teekännchen für kleines Geld, will mir scheinen, wenn ich mir so ansehe, was das Darling da gestern verkündet hat, nebst den Hintergründen, die man sich entspannt bei einem Tässlein Finest English Blend mit zu fetter Sahne zu Gemüte führen kann. Ei wei, nicht hübsch! Sogar die Bildzeitung für Abiturienten, gemeinhin gerne einmal “Der Speichel” genannt, schreibt jetzt schon vom Absturz des Inselpesos, hochdramatisch! Daß die ehrenwerte Regierung Ihrer britischen Majestät ganz nebenbei dem IMF ein klitzekleinwenig Pressür angedeihen ließ, damit die garstigen Zahlen nicht gar so bitterlich aussehen macht die Sache nur noch umso aparter. Trotz alledem habe ich ja Hoffnung. Auf bezahlbare Silberware für verarmte Damenimitatricen mit dezenter Neigung zur Anglophilie zum Beispiel. Und ich kultiviere durchaus auch Mitgefühl für die Bewohner jenes vom Feudalismus gebeutelten, bankenverseuchten Eilandes. Da sind nämlich überaus nette und höfliche Menschen zugange, die den Ausverkauf ihres antiken Teegeschirrs auf die freundlichste, zuvorkommendste und ordentlichste Art abwickeln, das muß gesagt sein. Zumal auch uns hierzulande ja noch einige Unbillen bevorstehen, was grundsätzlich jede Idee tiefgreifenderer Häme für die Inselaffen von vorneherein obsolet macht. In Avalon und Albion sinds vornehmlich die Banken, der pekuniäre Morast der City of London, hier bei den Rheintöchtern und Kyffhäuserns sinds die Autobauer und die Lobbyisten, aber die Banken in der absolut häßlichsten Stadt der Republik ja auch, und überhaupt. Ach je. Und hier wie dort Menschen an der Regierung, die offensichtlich völlig unwillig unfähig sind, die Sache so zu regeln, daß nicht alles komplett den Bach runtergeht. Und dann auch die Japaner! Da brechen die Exporte weiters fleißig ein, wieder mit über -45%, den dritten Monat in Folge. Und: Was machen eigentlich die Chinesers grad mit ihren wertlosen Dollarbergen? Ich muß mich mal dringend weiters über die Zustände in Asien generell belesen und einen aktuellen Blick gewinnen …

Aber alles wird gut, ähm, ist gut.

Es gibt zwar eine Krise, aber die tut nüscht.

Noch.

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