Archive for Dezember, 2008

Rauhnächte …

Freitag, Dezember 26th, 2008

nennt man die neun Tage nach der Wintersonnenwende. Traditionell eine Zeit der Ruhe und Besinnung, der Reflektion und der Einkehr in die inneren Räume. Und eine Zeit des Lesens …

Als kleine Lektüre zwischen den Jahren sei das Standardwerk zur Weltwirtschaftskrise des letzten Jahrhunderts empfohlen: Wilhelm Treue: Deutschland in der Weltwirtschaftskrise in Augenzeugenberichten, erschienen bei Rauch in Düsseldorf. Es lohnt sich das Lesen unbedingt, man begreift, wohin die Reise wahrscheinlich geht …

Wenn ich mir ansehe, was uns aller Voraussicht nach aktuell bevorsteht, dann kann ich nicht umhin zu empfehlen, diese paar letzten guten Tage unbedingt noch zu genießen. In Ruhe. Und mit Freude. Mit dem Buch von Herrn Treue. Hoffentlich haben Sie ebenso schön der wüsten Völlerei gefrönt über die christlichen Feiertage wie ich, denn so eine Weihnacht, mit allem, was das Herz, der Gaumen und die Mägin begehren, wird es so schnell nicht noch einmal geben. Es sei denn, es geschieht demnächst ein Wirtschaftswunder der göttlichen Art, wovon ich realistischerweise mal nicht eben ausgehe. Die irdischen Zahlen und Fakten sprechen mehr als dagegen. Und sie sprechen für eine harte Zeit im nächsten Jahr, weitaus härter als es derzeit den meisten Menschen in diesem Land und auch den meisten meiner FreundInnen klar sein dürfte. Die Mehrheit will so gerne haben, daß die bisherigen schlechten Nachrichten bereits das Schlimnste waren und viel mehr nicht mehr kommen kann. Weit gefehlt!

Nur mal so als Beispiel: Die USA benötigen derzeit 2-3 Milliarden $ pro Tag an zusätzlichen Krediten, um überhaupt weiter existieren zu können. Hierbei sind die “normalen” Alltagskredite, die jeder Staat nutzt, nicht berücksichtigt, ebensowenig die laufenden regulären Kosten z.B. der Kriegführung im Irak und in Afghanistan. Obenauf benötigen die USA weitere 8 Billionen $ allein nur für die bereits beschlossenen Bail Outs (TARP). Die Realität ist, daß derzeit nur die 7 Billionen $ an SWAPS der Federal Reserve mit anderen Zentralbanken weltweit den Dollar aufrecht halten! Ohne diese SWAPS wäre das System am Ende. Game Over …

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob die Amis in der Lage sind, die Realität nach ihrem Gusto gegen die Zeitqualität zu beugen oder nicht. Da das den Legenden nach selbst die Atlanter nicht ernsthaft geschafft haben würde ich mal sagen die Amis können das sicher nicht. Aber man weiß ja nie …

Dieweil schlagen sich die Fachdeppen allerorten noch darüber die dummen Köppe ein, ob wir jetzt möglicherweise in eine Deflation oder eine Inflation rutschen. Auch lustig. Zumindest sind die ganzen Fachidioten sich zusehends einig, daß quasi der ganze Planet in einer Rezession festsitzt. Späßchen!

Ich persönlich neige trotz all meinem naturgebenen Optimismus zum Worst Case Szenario. Warum? Weil ich viel Zeit habe, mich mit der ganzen Sache auseinanderzusetzen und mir einen Wolf an die Augen zu lesen. Ich durchforste aber auch wirklich alles, was ich irgendwie finden kann zum Thema. Und zusammengenommen ergibt sich da ein klares Bild mit vielen Unbekannten. Klingt blödsinnig? Isses nicht. Der Weg ist klar, das Wie steht noch in Frage. Ganz einfach. Seit Wochen wird überall alles daran gesetzt, Weihnachten irgendwie zu überstehen ohne daß der ganze Laden in die Luft fliegt. Und dann, würde ich meinen, wird weiters nochmal alles drangesetzt den Laden bis zur Amtseinführung des Messias aller politischen Vollidioten des Herrn Obama ruhig zu halten soweit das irgend noch möglich ist. Falls das noch möglich ist. Ich habe starke Zweifel.

Nahezu alle Analysten, die sich trauen, die Wahrheit zu sagen (und das sind nicht eben Wenige!), bringen ganz klar zum Ausdruck, daß dieses ganze Theater eine extrem schwierige Aufführung werden dürfte (das Ruhighalten bis Ende Januar) und daß ja bereits seit der letzten Zinsentscheidung der FED (die eher eine Rettungsaktion für JP Morgan war …) die nächste lustige Veranstaltung zugange ist. Zinssenkungen, Dollarwert, Goldpreis, das sind die bösen Zauberwörter. Die FED ist bekanntlich lange schon am Ende, man nennt das gemeinhin Bankrott, und die inzwischen komplett ins Abartige gesunkene Art und Weise, mit der das von den Verantwortlichen verschleiert und der unvermeidliche Absturz hinausgezögert wird ist fast schon wieder teuflisch grandios zu nennen. Derlei hat es, zumindest nach meinem Wissen, bislang in der bekannten Geschichte der Finanzwelt seit den Griechen und Römern noch nicht gegeben. Und die wußten ja auch schon sehr genau, wie man Reibach macht, Pleiten übersteht und das Volk dreist verdummt.

Man kann sich endlos darüber auslassen. Zahlen präsentieren, Hintergründe darlegen. Eines bleibt: Wir befinden uns bereits mitten in der schlimmsten gloalen Katastrophe der bekannten Finanzgeschichte, und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht. Man spürt es lediglich noch nicht direkt im Alltäglichen. Es tut noch nicht wirklich weh. Das Leben geht noch seinen gewohnten Gang. Vom Geschrei der Medien, dem hilflosen Gehampel der Politik, der ganz realen Pleitewelle, den abstürzenden Warenströmen und der rasanten Zunahme der Arbeitslosen weltweit mal abgesehen. Das dicke Ende kommt erst noch, derzeit ist das ja alles eher noch der kleine Beginn des Schreckens.

Obenauf jetzt der Herr Madoff mit seinem gar köstlichen Ponzi-Schema, so mal nebenbei 30, vielleicht auch mehr, Millirden Dollar insbesondere jüdischen Vermögens ins Nirvana gejuckelt. Die Auswirkungen für d’Leit in den USA sind mehr als verheerend, ich hörte davon reden daß der finanzielle Verlust aus dieser Katastrophe sozusagen eine zweite Reichskristallnacht für die jüdische Gemeinde in den USA sei.

Man kennt das ja inzwischen zur Genüge, da ohnehin das gesamte weltweit versponnene Bankensystem wie ein gigantisches Ponzi-Schema aussieht.

Noch fast jede Zivilisation war in ihrem Untergang ein korrupter, verwahrloster, stinkender Sauhaufen verderbter Widerwärtigkeit, aber was sich uns hier derzeit darbietet hat es, meiner bescheidenen Meinung nach, so noch nie gegeben. Nicht in dieser Form und schon gar nicht in diesem Ausmaß.

Was aus dem aktuellen Weltfinanzcasino werden wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche, und wer das noch immer als Unsinn abtut hat den Ernst der Lage wohl noch nicht so recht begriffen und muß offensichtlich von der bitteren Realität im nächsten Jahr erwischt werden, bevor er’s kapiert. Dieses auch an die Adresse derer, die meinen mir sagen zu müssen ich übertriebe die Sache maßlos, sei zur ewig sermonierenden Spaßbremse mit Kassandra-Allür’ geworden und hätte anscheinend gar kein anderes Thema mehr …


Und noch eine …

Donnerstag, Dezember 25th, 2008

der Großen Alten hat das Zeitliche gesegnet. Eartha Kitt hat sich heute mit 81 Jahren verabschiedet. Und sah noch aus und hatte noch Wirkung wie manch zwanzig Jahre jüngere Frau es nicht im Traum bieten konnte. Orson Wells nannte sie dereinst “die aufregendste Frau der Welt”, und für mich war sie das Geschnurre der Jugendtage … liebe Zeit, was wird das?! Schnell noch die wenigen verbliebenen Diven weg bevor alles zusammenbricht, oder wat?! Im Übrigen kommt ja leider nichts, aber auch gar nichts nach, was dieser grandiosen Dame und anderen ihres Formats auch nur im Ansatz das Wasser reichen könnte, weder gesanglich noch in Hinsicht auf Stil und Ausstrahlung  …

Eartha Kitt

Das wird wohl nicht lustig heute …

Freitag, Dezember 12th, 2008

wenn, so ungefahr in einer halben Stunde, in New York die Börse aufmacht. Nachdem ja heute Nacht der US-Senat die Auslösung der bankrotten US-Automobilindustrie in den Orkus gekippt hat dürfte das heute ein weiterer schwarzer Freitag werden, sofern nicht noch irgend ein Wunder geschieht. Da ich bei dem ganzen Zahlenkarussel an den Börsen und sonstewo in letzter Zeit so ein klein bissi den Überblick verloren habe und aus dem Kopp grad nicht weiß wann die Zahlen exakt noch schlimmer waren bescheide ich mich damit, den aktuellen Stand der Börsen in Fernost und in Europa anzuschauen um zu ahnen, wohin die Reise heute gehen kann in New York. Heidewitzka Schlachtefest!

Daß die seit Ende September durchs Dorf getragene Sau nicht mehr nur tot ist sondern bereits gottserbärmlich stinkt und grausig vor sich hin rottet hat inzwischen jeder Depp mitbekommen. Man hofft ja alseits daß da ein Boden sei, ein Endpunkt nach unten erreicht werde, aber nein, es geht fleißig weiter und weiter hinab in einen Abgrund, dessen Dimensionen und die daraus resultierenden Aussichten jedem klar sein können. Zumindest jedem, der sich die geringe Mühe macht, etwas genauer hinzuschauen und sich ein breitgefächertes Bild der sich täglich verschlimmernden Lage verschafft.

“Es sieht Grottenscheiße aus” ist noch der lächerlichste Eindruck, den man so bei der alltäglichen Inaugenscheinnahme des aktuellen Horrorszenarios der derzeitigen Weltkrise gewinnen kann.

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