Die Reise durch Absurdistan …
Dienstag, November 25th, 2008wird uns wohl noch eine ganze Zeit lang in Atem halten. Jeden Tag wird das Casino durchgeknallter, jeden Tag fragt man sich mehr, ob eigentlich inzwischen die gesamte Finanzwelt jeglichen Realitätsbezug verloren hat. Von den Regierungen, die zwar pleite sind, aber unbedarft der Realität immer jenseitigere Auslösesummen aus den freigiebigen, leeren Ärmeln schütteln, mag man gar nicht mehr anfangen zu reden.
Wenn man sich so von Tag zu Tag die aktuellen Zahlen anschaut hat man schon das Gefühl, daß alle verrückt geworden sind. Zumal wen man sieht, wofür die abartigen Summen locker gemacht werden und auf welche Weise diese Kohle in die Welt kommt.
Erstens: Die Druckerpresse der FED raucht. Und zwar wie ein wildgewordener Vulkan. Das stinkt nach wüster Inflation in absehbarer Zeit. Das ist nichts Neues, aber durchaus wert, nochmal warnend hervorgehoben zu werden. Warnend im Sinne, Vorkehrungen zur Vorsorge zu treffen, bevor die Schiete losgallopiert.
Dieser Tage war ja Opel im Gespräch. Und die Opel-Mama General Motors, nebst den anderen bankrotten Autobauern der USA. Aber gegen das, was jetzt an Zahlenwerferei abläuft ist diese ganze Autokiste ein kleiner Scheißdreck.
Da wird die seit langem als Bankrott bekannte Citibank mal nebenbei mit inzwischen real 45 Milliarden $ bedacht, und da das Faß dieser Bank wie alle anderen der vielen, lustigen, aktuell offenen Fässer keinen Boden hat, weiß kein Mensch wirklich genau, wieviele Milliarden da neben den irrealen 300 Milliarden $ Absicherung noch aufgewendet werden müssen, um den Schein weiter zu wahren, daß da noch irgend etwas zu retten sei. Oder waren das 360 Milliarden $? Man blickt ja wirklich nicht mehr durch!
AIG frißt auch eine Milliarde nach der anderen im Stundentakt. Und der Rest der Mischpoke im US-Bailout und anderswo ist auch fleißig dabei, täglich mehr und mehr Unsummen zu verschlingen.
Und dann kommt heute die Nachricht, daß die USA jetzt planen, 7400 Milliarden $ in die ganze Schiete zu pumpen. Das sind, wenn ich nicht gänzlich verdummt bin, 7,4 Billionen $ …
Dann erzählt die Deutsche Bahn, daß der Güterverkehr drastisch einbrechen werde, im Dezember schon um wahrscheinlich 40% zum Vorjahr. Noch Fragen zum Thema Baltic Dry Index, Weltwarenströme und deren Einbruch, schlimmstenfalls Zusammenbruch?! Ich habe oft genug darüber gezetert.
Ehrlich: Ich bin es leid. Diese ganzen Zahlenspielereien und daraus resultierende Prognosen sind inzwischen derart krank in ihrem Ausmaß, daß ich keine Lust mehr habe. Meinetwegen kann der ganze Laden hochgehen, je früher, desto besser für alle. Denn dieses Hinauszögern des Unvermeidlichen mit immer neuen Unsummen, die nicht existieren und erst irgendwie herbeigedrucktzaubert werden müssen ist unerträglich bis zur Schmerzgrenze. Schlimm wird es ohnehin, aber es mit endlosem Vertun und Vertuschen noch schlimmer zu machen ist jenseits von Gut und Böse.
Das Spiel ist aus. Ende. Finito. Weltwirtschaftssystem, Weltfinanzsystem: Ahoi!
Die wirkliche Krise aber geht erst gaaaanz langsam richtig los und das dicke Ende kommt ohnehin erst noch. Wer diese unübersehbare Realität immer noch leugnet, dem wünsche ich viel Spaß beim weiteren Beobachten des Untergangs auf Raten.
Zudem kommen da ja noch ganz andere Dinger auf uns zu, über die ich hier noch eher wenig bis gar nichts gesagt habe. Ich empfehle diesbezüglich, sich mit kosmischen Zyklen und den Warnungen der Altvorderen vertraut zu machen …
Dieweil werde ich mich wichtigeren Dingen zuwenden, meine Seele pflegen, meinen Hausaltar entstauben, meinen Katerich bürsten, meine Vorräte weiter aufstocken, soweit mir das möglich ist, mich mehr um meinen Gatten kümmern und hier etwas seltener mein Gezeter zum Besten geben.




