Archive for Oktober, 2008

Tempelhofer Requiem …

Donnerstag, Oktober 30th, 2008

Das wars dann also. Die gehirnamputierten Polit- und “Wirtschaftlichkeits”-Heinis haben sich mal wieder, wie viel zu oft, gegen jeden gesunden Menschenverstand mit ihrem Schwachsinn durchgesetzt und heute ist der traurige Abschied von einem Monument der Luftfahrtgeschichte. Der älteste Flughafen des Planeten wird geschlossen, weil die Frau Bürgermeisterin W. und ihre Konsorten das so besser finden, damit sie den Hirnriss in Schönefeld dann angeblich besser finanzieren können, und natürlich damit der schlimme Fluglärm, die eklige Abgasbelastung und die böse Gefahr durch potentiell täglich vom Himmel fallende Flugzeuge über der Innenstadt ein Ende haben.

Erstens: Angesichts der aktuellen Lage halte ich es für absurd, überhaupt noch zu glauben daß die Fliegerei der Massen wie gewohnt weitergeht. Malle adé, würd ich mal voraussagen, mindestens aber wird die Billigfliegerei wohl recht bald der Vergangenheit angehören. Dennoch bin ich der Meinung daß Tempelhof offen hätte bleiben sollen. Erstens wegen der Geschichte, dann wegen der Tatsache, daß jede Großstadt und sämtliches reiches Lumpenpack der Erde froh wäre sowas wie Tempelhof als Flughafen mitten in der Stadt zu haben und aus dem Flugzeug quasi direkt in die Strechtlimo innerstädtische U-Bahn umsteigen zu können. Zumindest für die kleineren Flugzeuge, Geschäftsleute, Inlandsflüge ist Tempelhof ideal, ich hatte das große Glück, noch von dort fliegen zu können und es war unbeschreiblich, gegen dieses grandiose Erlebnis, mitten aus Berlin zu starten und mitten in der Stadt zu landen kann kein anderer Flughafen anstinken, und sei er auch noch so riesengroß und hypermodern abgefahren.

Zweitens: Nebenbei haben wir inzwischen ein Ölproblem, auch wenn der komplett ölabhängige “reichere” Teil der Menschheit in den Industrienationen, deren Mainstream-Wissenschaft und die Politik ebenda noch so tun als sei das Thema Peak Oil mit all seinen möglichen üblen Auswirkungen gar nicht existent und ein Hirngespinnst von “Weltverschörungstheoretikern” und “Untergangspropheten”. Ohne Öl nix Flugzeug, oder so. Zumindest bislang nicht. Hoffen wir auf den Erfindungsgeist der Menschen und auf schnelle Entwicklungen.

Drittens: Klar haben wir ganz andere Probleme derzeit. Klar, fliegen ist Luxus. Und umweltschädlich. Und all das, was man weiters noch kritisch anmerken kann … und dennoch, die ganze Art und Weise wie diese Schließungsentscheidung gelaufen ist kotzt mich an. Die teils völlig abwegigen wirtschaftlichen und stadtentwicklungsbezüglichen Erklärungsverlogenheiten der Politik sind mindestens so dumm wie Schweinescheiße. Hauptsache der Laden ist endlich dicht und die für viele Interessen viel gewinnträchtigere Situation in Schönefeld kann sauber und ohne Angst um die reiche Pfründe laufen wie geplant und intern abgesprochen. Durchschaubarste Polit-Klüngelei, Lobbyismus vom Feinsten, verlogenes Mediengewäsch und himmelschreiende Ignoranz gegenüber Volkes Meinung und Rechte würde ich das nennen, aber das wiederum ist ja nun wahrlich nichts neues in diesem Land, und insbesondere auch in dieser großen Weltmetropole.

Ach je. Man könnte noch endlos weiterzetern darüber, das Für und Wider darlegen und sich uffrejen bis zur Weißglut. Hilft ja nur leider nüscht. Ich sehe schon die Graffiti, das Unkraut, den Dreck, die Verwahrlosung dort. Große Pläne, scheißteure Architektenträumereien, viel dummes Expertengelaber, überspannte Projekte von Werbefuzzis mit zuviel Koks im Kopp und tollen Ideen mit vielen nervtötenden Anglizismen, wunderschöne Computersimulationen und Plakatstellwände von “so würde es aussehen wenn” und am Ende die Brache, weil das in Berlin wegen seit Jahrzehnten grassierender schlimmster Provinzialität so üblich ist, und weil die Welt leider im Herbst 2008 pleite gegangen ist und ein globaler Systemkollaps weitere neureich-dämliche Illusionen von typisch Neuberliner schicki-schicki Apartements (Dachterasse, “Doorman”, Videoklingel, Eichendiele, offener Kamin, Edelstahlküche, Natursteinbad etc. pp.) und langweiligsten Parkanlagen, womöglich noch mit Sicherheitsdienst, verhindert hat.

Da werd ich mich heute Abend mal hinbewegen und ‘ne Runde traurig sein mit all denen, die da auch sein werden und doch nix ändern können an der Zeit und ihrem Lauf. Paar Foddos machen, vielleicht, wenn das Wetter mitmacht, ist ja scheißenkalt und verregnet hier gerade.

Irgendwie wird das immer weniger schön hier. Berlin war mal sehr anders … lange her.

Fragen und Selbstbetrachtungen …

Dienstag, Oktober 28th, 2008

Die Frage lautet: Macht es überhaupt Sinn, diesen Blog zu führen, sich öffentlich zu äußern über die Dinge, die einen umtreiben, und, wenn es derzeit insbesondere eine bestimmte Reihe Zusammenhänge ist, die einen überwiegend bewegt und über die man dann auch schreibt. Macht es also Sinn, Gefahr zu laufen als hysterische Dauerwiederholerin von Themen, die kein Mensch mehr hören will dargestellt, ja fast beschimpft zu werden? Ist es so, daß man als BloggerIn bitte nicht andauernd “den ewig gleichen Sermon” von sich geben soll, sondern gefällig über dies und das und jenes schreiben soll, um nicht die Unbill von Generalkritik erleben zu müssen, einer Kritik, die ja an dem tatsächlichen, tieferen Inhalt der Schreibe gänzlich vorbeigeht?

Ist es in Zeiten wie diesen eher angesagt, nicht zu laut und zu fortwährend nur ein Thema vordringlich zu beackern, um nur ja niemanden auf die werten (aufgrund der trotz aller Augenwischerei jedem deutlichen Bedrohlichkeit der Lage ängstlich bis panischen) Nerven zu fallen mit Dingen, die ohnehin schon schlimm genug und zudem ja “nicht zu ändern” (ich kotz innerlich bei diesen Worten!) sind? Ist weniger intensive und andauernde Auseinandersetzung mit dem gerade vor aller Augen stattfindenden Totalkollaps des Weltfinanzsystems und dem daraus sich fast zwangsläufig zu ergeben scheinenden Totalkollaps all dessen, was wir systemisch, also hier politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich für gegeben und gültig erachten nicht opportun? Ist die ‘Gelassenheit’, deren Gewinnung und Pflege mir dieser Tage angesichts meiner Schreibe dringend angemahnt wurde, eine Umschreibung für “bloß ja nicht zu intensiv auf die aktuelle Lage eingehen, es könnte einen vielleicht selbst betreffen”?!

Ist man, wenn man versucht schriftlich Dinge darzustellen und aufzuarbeiten, die einen sehr bewegen und umtreiben, teilweise in eine abgründige Wut bis hin zur Verzweiflung treiben dann, bevor man sichs versieht und ohne es zu wollen automatisch in der Rolle der Kassandra gefangen?

Ist man die Hobby-Prophetin und Vorsängerin des Untergangs-Mantras, wenn man den Schwanengesang des Westens auf seine kleine Weise auseinandernimmt und darstellt, dieweil eben dieser Untergang und Abgesang allseits geschieht und man doch eigentlich nurmehr kommentieren kann, was in atemberaubender Geschwindigkeit an Schwachsinn und Perfidie auf diesem Planeten abläuft, den man ja durchaus sehr liebt, wie man auch seine Bewohner sehr liebt, obwohl man Letztere gerne zuweilen aus Verzweiflung mit der Peitsche in die Erkenntnis triebe, die man ja doch selbst oft gar noch nicht besitzt, geschweige denn lebt?!

Ich bin ja eine durchgedrehte, ausdrücklich spirituell orientierte Hobbytranse mit Intensivthemen in Intensivzeiten. Schon immer so gewesen. Steinalte, schlimm bekloppte, in diese Welt verliebte Seele mit entnervendem Hang zur ungebetenen verbalen oder schriftlichen Äußerung. Oder sowas in der Art … wei wei …

Von August bis Dezember 1989 hing ich nur noch vor der Glotze oder direkt in Berlin und an der Mauer. Weltnetz war damals ja noch nicht. Ich bin froh, daß ich die Dinge direkt erleben konnte, denn wenn ich heute auf Bücher angewiesen wäre, um mir ein Bild dieser Zeit zu machen, dann gute Nacht! Bei dem oft ungeheuren bis skandalösen Blödsinn, der da heutzutage über diese Zeit geschrieben wird …

Das heißt nun keineswegs, daß mein Leben in der jeweiligen intensiven Auseinandersetzung mit einem Thema nur noch um eben dieses kreist. Dieweil ich meine Tage 1989 damit verbrachte, ähnlich wie derzeit, alles, wie eine Staubsaugerin auf Speed, einzusaugen, was nur irgend an Information und Erleben des Themas, damals also “Mauerfall” nebst sämtlicher damit Zusammenhängender Bereiche verfügbar war, hatte ich nebenbei z.B. einen nahezu perfekten Liebhaber aus Magdeburg aufgetan, mit dem ich mehr als Spaß hatte und an den ich heute noch gerne denke. Liebe Zeit, der Mann hatte Rythmus! Zudem gabs da noch das äußerst wilde Leben in Westberlin, auch das ging trotz Intensivthema keineswegs an mir vorbei. Ich stand nicht wochenlang 24 Stunden am Tag fröstelnd in der Scheißkälte am Brandenburger Tor oder am Potsdamer Platz und anderswo und spielte Mauerspechtin im Novembernebel …

Und ebensowenig sitze ich heute 24 Stunden am Tag nur vor der Glotze und meiner Apfelrechnerin, bekomme vierckige Augen, hysterischen Anfall und dreh durch angesichts dessen, was sich da an möglichem Abgrund für die Welt auftut … ich hab ja ‘ganz nebenbei’ auch noch nen grandiosen Kerl, der meine Zeit schön in Anspruch nimmt, was mir sehr gefällt (…), zudem geh ich sogar aus, wenn ich in letzter Zeit auch eher seltener unterwegs war (das fortgeschrittene Alter, die faule Bequemlichkeit, die öde Szene, das Rauchverbot usw.) und mich viel zu lange nicht mehr so richtig wüst besoffen habe um dann, in diesem herrlich berauschten Zustand die strunzenlangweiligen GästInnen diverser grenzwertiger Homosexuellen-Etablissements unverschämt zu begrabschen und sie planlos zu beschimpfen. Letzteres macht man bitte am Besten gemeinsam mit einer oder mehreren FreundInnen, dann hat das erst die richtige Qualität! Das ist im Übrigen auch sicherer, denn selbst die Homoletten werden anscheinend generell agressiver, reizbarer und humorfreier und verstehen nicht mehr so wirklich, daß strunzenbesoffene Transen per se unantastbar sind, ganz gleich, welche Unverfrorenheiten sie sich herausnehmen, ähnlich wie Totalbekloppte, Propheten, Nonnen, Wirtschaftsführer und Politiker.

Also: Auch jetzt geschieht da durchaus noch viel mehr in meinem lustigen Leben als nur das Beobachten der Weltkrise, worüber ich aber dann halt eher nicht schreibe, zumal ich auch nicht wirklich die echte Rampensau bin, die sich ausgerechnet hier komplett entblößen will und kann und nur noch auf Selbstdarstellung in bester Beleuchtung aus ist. Ein Blog ist ja per se eine hochpersönliche Veranstaltung mit ständiger akuter Peinlichkeitsgefahr, aber man muß dann doch nicht immer gar so weit gehen und sein ganzes Leben hier aufblättern und auswalzen als sei man sonstewer. Ist man nicht. Und das sollte man wissen und herzhaft lachen können darüber.

Eine Freundin wies mich dieser Tage darauf hin, daß meine Schreibe allzu oberlehrerhaft daherkomme und das Persönliche vermissen lasse. Ich dozierte von oben herab, so empfände man das allseits, und ließe die LeserInnen meines Blogs mit dem Gefühl zurück ich hielte sie für gehirnamputiert und mich selbst für besonders oberschlau.

Au Wei! Auf solche Gedanken komme ich gar nicht. Das ist mir derart fern, daß ich mich frage wie ich denn nun bitte diesen Blog so gestalten soll, daß er gefälliger klingt, auch mal andere Dinge darstellt, auch mal persönliches mit einflicht und weniger bierernst daherkommt, ohne mich dabei so zu verbiegen, daß das Zeterviech nicht mehr es selbst ist.

Ich schreibe halt drauflos, was mich umtreibt, mich aufregt und teils wütend macht wie sonstewas, und das oft ohne lang nachzudenken, frei von der Leber weg, spontan. Und ich versuche dabei redlich, meine Daten und Fakten so gut als mir irgend möglich zu verifizieren, nicht die Abschreiberin zu spielen, keinen Schwachsinn weiterzugeben, keine Fehler in den wiedergegebenen Zahlen und den weiteren Zusammenhängen zu veranstalten, kurzum: Ich versuche sehr ernsthaft so seriös als möglich meine Schreibe mit nachvollziehbarem Hintergrund zu unterfüttern, denn ich mag ungern der Oberflächlichkeit geziehen werden und schon am allerwenigsten mag ich selbst das Gefühl haben ich schriebe flotten Dünnschiß ohne Tiefe. Wahrscheinlich ist dieser Hang zur Tiefe, nebtst meiner Neigung zu ellenlangen, mit Schachtelsätzen gespickten, viel zu ausschweifenden Texten ein Problem … man wirkt damit anscheinend sehr flott sehr spaßbremsig in diesen lustigen Zeiten. ich bin schlicht zu ernsthaft und weiß, daß ich so einiges weiß was man nicht unbedingt unter ‘Allgemeinbildung’ einordnet, und bin mir dabei doch sehr im klaren darüber, daß ich wahrscheinlich schlußendlich gar nichts weiß. Was dann offenbar gerne als “die nimmt sich auch selbst viel zu ernst und glaubt sie hat ‘ne Ahnung” mißverstanden und mir dann ja auch gerne mal als arrogante Besserwisserei vorgeworfen wird.

Und zuletzt bleibt dieser Blog hier ja noch immer meine ganz persönliche hobbytransige Sichtweise der Dinge, die kein Mensch sich reinziehen geschweige denn sich zu eigen machen muß. Es ist dies alles schließlich nur eine, zudem recht belanglose, weil ohnehin wenig gelesene Einzelmeinung in einem gigantischen Weltnetz aus verschiedensten Ansichten …

Zumindest ist allein die Auseinandersetzung mit all diesen Dingen eine mehr als spannende Erfahrung, an der das Zeterviech ja nur wachsen kann. Hoffe ich zumindest. Das Leben macht mehr als Spaß, und es wird mit jedem Tag aufregender …

Insofern danke ich für jede Kritik! Und werde weiterhin lauthals herumzetern.

Es braut sich was …

Dienstag, Oktober 28th, 2008

zusammen, das sagen mir meine sämtlichen noch vorhandenen Sinne … schwierig, das auszudrücken. Nennen wir es mal eine neue Qualität in der Zeitlinie, ein neuer Wind im Getöse des aktuellen Sturms, den man klar und deutlich spüren kann, wenn man nur will.

Ich bin mir fast sicher, daß in den nächsten Tagen etwas geschehen wird, was später in den Geschichtsbüchern stehen wird. Hoffen wir, daß es ‘nur’ umwälzend und nicht schrecklich wird …

Die Größenordnung würde ich mindestens in Richtung der Veränderung der Welt durch den II. Weltkrieg einordnen, wenn die Veranstaltung die sich da grade anbahnt nicht noch umwälzender wird. Die Art und Weise des kompletten Umbruchs dürfte aber völlig anders sein im Erleben der Völker und mit nichts Bisherigem vergleichbar. Es mag auch sein daß es bis weit ins nächste Jahr dauern kann, bis die Dimension und Auswirkung des Geschehens gesehen und begriffen wird. Wir erleben gerade den Anfang eines Wandels im Bewußtsein der Menschen weltweit, der zwar noch zart und zerbrechlich, aber doch überall wie eine seltsame neue Brise inmitten des Sturms zu spüren ist (anscheinend aber leider nicht bei den “Eliten”), würde ich mal unterstellen wollen. Oder glauben Sie noch ein Wort von dem, was Ihnen irgendein Banker, Politiker, Wirtschaftsmensch, Analyst oder Experte ständig vorbetet, wenn Sie den Fehler machen, sich im Mainstream der medialen Illusionsmaschinerie mit Beschwichtigungsarien und besänftigend-dämlichem Geplapper von Vorgestern zulabern zu lassen?! Egal wohin man hört, den Leuten reichts dicke. Mehr als das, sie haben die Nase derart gestrichen voll von der allseitigen Schiete und den peinlich-durchschaubaren verlogenen Erklärungen zu ebendieser von denen da Oben, daß man sich zuweilen wirklich fragt warum es eigentlich noch so ruhig ist im Lande … (und dabei froh ist, daß es noch so ruhig ist!).

So, jetzt hab ich mich extrem weit aus dem Fenster gelehnt mit meinen Ahnungen … es ist halt immer sehr schwierig, sein Bauchgefühl darzulegen … man macht sich nackend, geht ins Wasser zum baden und kann nur hoffen, daß die Klamotten und die Schuhe noch da sind, wenn man zurückkommt, und man nicht bar jeder Bedeckung zur Bahn tapern muß …

Im Übrigen: Das muß keineswegs irgendein riesengroßes Kawumms-Dingens sein, was da meiner Ahnung nach kommt. Es kann ebensogut eine klitzekleine Sache sein, die anfangs zwar vielleicht bedeutend, aber beileibe nicht weltbewegend wirkt, sich dann aber gehörig potenziert.

So wie die Entscheidung Taiwans wegen der US-Bonds und -Treasuries vom Freitag oder die Rußlands und Chinas von gestern, den Dollar als Leitwährung für ihre Staatsgeschäfte (teilweise) abzulösen und erst einmal mit ihren eigenen Währungen zu ersetzen. Oder die Entscheidung der Bank of Japan heute, im Alleingang (ohne die G7) gegen den Forex vorzugehen (da wünscht man sehr viel Glück und ahnt doch das mögliche dramatische Szenario …). Es werden neue Positionen bezogen, es wird sich waghalsig ausprobiert, es wird mehr als hoch gepokert und sehr gewagt getestet, wie weit man gehen kann gegen die Amischen mit ihrem wertlosen Dollar und ihrem untergehenden Imperium. Der Fokus geht grade mehr als deutlich nach Osten. Ex Oriente Lux, aus dem Osten kommt das Licht, wollen wirs mal hoffen. Wir werden vielleicht erleben, wie der Westen fällt und der Osten steigt … vielleicht … wenn nicht die USA jetzt anfangen, durchzudrehen. Die können derzeit entspannt 40 Jahre Krieg führen mit dem Militärarsenal, das sie angehäuft haben. Mag sein, es gibt, bei weiser Strategie und kluger Entscheidung, Chancen für zumindest Teile Europas, nicht gänzlich als ruinierte Bettler dazustehen im Ende, nach Jahrhunderten der im Osten unvergessenen Arroganz und maßlosen Hegemonie.

Rußland hat längst insgeheim die Weichen für eine mögliche Zukunft gestellt, Putin ist schlau und mehr als hartgesotten. Und die Russen sind einiges gewohnt und nicht zimperlich, das konnten und können sie sich gar nicht erlauben. Von dorther kann uns vielleicht noch eine Brücke in die neue Zeit daherkommen, von der wir jetzt noch gar nichts ahnen, die wir aber erkennen sollten, wenn die Zeit reif ist, anstatt vieles von dem, was noch kommen mag, völlig mißzuverstehen und schlimmstenfalls auf das falsche Pferd zu setzen, was ich angesichts der Historie der letzten bald Hundert Jahre befürchte. Vielleicht stehen wir eines Tages vor der schrecklichen Entscheidung, ob wir lieber die Welschen, die Reussen oder die Mongolen erleiden und erdulden wollen … wem all das zu kryptisch klingt, der sollte sich mit den Prophezeiungen der Völker befassen, es steht alles geschrieben … das Möglichkeitsgefüge der Zeit ist bekanntermaßen unendlich und wir erschaffen uns die Welt mit unseren Gedanken …

Die USA sind zweifellos vorerst einmal am Ende mit ihren Möglichkeiten, auch wenn das noch nicht so deutlich sichtbar ist. Ihre gemeinschaftlich mit all ihren ‘Freunden’ veranstalteten perfiden Manipulationen des Weltgeschehens, vom Rohölpreis über die Börsen bis hin zum Goldpreis (und noch vielerlei anderer Dinge, von Politik und Krieg gar nicht zu reden) sind zumindest in finanzieller Hinsicht, und in Bezg auf die unbeabsichtigten Folgen für die USA selbst, katastrophal und monumental aus dem Ruder gelaufen, soviel ist sicher. Die ganze geplante und ach so grandios vorbereitete Krise hat sich komplett verselbständigt und verhindert so derzeit das Erreichen der eigentlichen Ziele der ganzen Komödie. Zwar ist die Macht des gewaltigen Imperiums noch keineswegs verloren, aber sie schwindet deutlich und ist in ihren Grundfesten erschüttert, bis ins Mark getroffen durch dieselben Fehler, die schon die Römer und die Byzantiner in den Sturz rissen. Da helfen auch noch so monströse Weltherrschaftsphantasien nicht mehr weiter. Zuviel schwerer Wein und zu fette Speise machen einen dicken Kopf und wehen Bauch und haben zuweilen unangenehmste Konsequenzen, zumal dann, wenn man erst das ausschweifend wüste Gelage feiert, den geladenen wie auch den ungebetenen Gästen seine sämtlichen schlechten Manieren vorzeigt, grölt und protzt und sich dadurch bis aufs Mark peinlich entblößt, dann den Gasthof gewalttätig ruiniert, zuletzt alles vollkotzt und endlich arrogant nach der Putzkolonne brüllt und schließlich am nächsten Tag dem Wirt erklärt, daß man nicht zahlen will kann …

Der Drache döst noch, zuckt aber bereits merklich mit dem Schwanz. Die Chinesen sind derzeit am Scheideweg … wollen sie Stütze oder Erben eines zum Untergang verurteilten Systems sein, welches bewiesen hat, daß es auf Dauer so nicht funktionieren kann und der Welt weitaus mehr schadet als es ihr nutzt oder wollen sie diejenigen sein, die den Lauf der Dinge völlig neu gestalten, gemeinsam mit Taiwan, den Japanern, den Tigerstaaten und vielleicht sogar Indien …

Der Stier ist sehr nervös und wiegt unruhig die Hörner und weiß nicht recht, wohin er sich wenden soll. Die Europäer, zumindest aber die Deutschen, Franzosen, und Polen sollten sich übrigens klar darüber sein, daß auch sie in einer ähnlichen Lage sind wie die Völker im Osten …

Und zwischen all diesen liegt bequem der mächtige russische Bär, wenn auch etwas räudigen Fells, gähnt und blinzelt, und räkelt sich erst einmal, bevors ans Aufwachen geht.

Auch weiters gilt: Es bleibt mehr als spannend!

Mein Goldkaterchen schläft und schnarcht, es wird langsam kalt hier an der Rechnerin, ich hab die Heizung zum Schlafen schon ausgestellt. Höchste Zeit für die Matratzengruft. Schon ist wieder ein neuer Tag, wieder neue Entwicklungen, wieder neue Dinge um darüber zu spekulieren, sich aufzuregen über den Starrsinn der “Mächtigen” und allzu viele vertane Chancen für diese bezaubernde Welt am seidenen Faden, und sich dann hier ausgiebig auszuzetern. Was anscheinend diversen Damen in ihren wichtigen Wortgehäusen im Weltnetz, die ebenso bedeutungslos für das Weltgeschehen sind wie moi, gehörig auf die Nerven geht, wie ich beim surfen im Netz dieser Tage feststellen konnte. Nun, diejenigen Elsen müssen meine Worteleien ja nun beileibe nicht lesen, niemand zwingt sie dazu, aber immerhin: Sie haben scheinbar durch das ungewollte Lesen meines Blogs jetzt Stoff, um sich über diese ohnehin wenig besuchte Seite hier und meine monoton-hysterische, nurmehr auf den Weltuntergang ausgerichtete Schreibe zu erregen und dabei dann lauthals nach mehr Gelassenheit in der Krise zu keifen … wei wei, Kinder, wie wäre es mal, wenn die werten BloggerInnen sich gegenseitig beides gönnten, die Hysterie und die Gelassenheit, je nach Lage der Dinge und Laune, und dabei das herzhafte Lachen über sich selbst und die jeweiligen Unzulänglichkeiten nicht gänzlich vergäßen?!

Gruß in den Morgen, J.

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