Archive for Mai, 2005

“Jesus Christ Buana” und rasiertes Schamhaar

Sonntag, Mai 29th, 2005

Das wird in letzter Zeit immer absurder unter meinem Balkon. Dieser Tage war ich leider gezwungen eine Gruppe bibelfanatischer Schwarzafrikaner unter augenscheinlicher Oberaufsicht eines weißen deutschen Herrn sehr ungehalten vom Spielplatz unter meinem Balkon zu bitten. Die christlichen Herrschaften hatten in einer fast jenseitigen Lautstärke etwa eine Stunde lang irgendeine Art von Anbetungsgesängen veranstaltet, was meinen Ohren reichlich unzuträglich war. Wenn man 60 Minuten lang mit “Jesus Christ Buana” in lautestem Tenor in einer fremden Sprache beschallt wird sinkt früher oder später auch die toleranteste Nervgrenze. Obwohl ich “Out of Africa” und “Cry Freedom” wirklich gerne mag. Ich bat die Herrschaften ihre musikalischen Versuche doch bitte anderswo zu veranstalten, was mir erstens lautsarke Uneinsichtigkeit und ein drohendes “Auch Du kannst gerettet werden!” seitens des deutschen Bibeltschwingers in der Gruppe einbrachte, sehr absurd. Mich retten! Fast eine Frechheit, wo doch gerade dieser Tage wieder einmal meine Freundin Ilzz mir weissagte ich würde eine steinalte Kuh, da weder im Himmel noch in der Hölle je irgendwann irgendwer zugegen sei der mich haben wolle oder ertragen könne, also bliebe mir nichts als eine uralte Schwuchtel zu werden bis die entweder da oben oder da unten eine Wachablösung hätten. Eine formidable Vorstellung, wie ich finde, und nun kommen diese (äthiopischen?) Christenmenschen in ihrer ganzen Fanatik mit ihrem Jesus Buana und diesem griesgrämig-fanatischen Teutonenvorbeter und wollen mich retten. Au weia! Icch erklärte den Herrschaften daß die Berliner Lärmschutzverordnung das Musizieren und Lärmen seitens Erwachsener auf Kinderspielplätzen verbiete und anerbot mich dies von den netten Herren des Grünen  Trachtenvereins überprüfen zu lassen , was sie dann dazu brachte mitsamt ihrem Buana das Weite zu suchen. Liebe Güte, wenn ich das Gewimmer haben will geh’ ich in Nairobi in die Kirch’! Was kommt als nächstes?! Buddhisten die stundenlang bimmeln oder die Hare Krishnas mit ihrem Geheul und Getrommel (Bummbaddabumm). Religion ist PRIVAT, es wäre schön wenn die Menschheit das mal lernte. Ach je …
Und sowieso, lernen. Ich mußte im Laufe dieses Jahres ja lernen daß bei den Homos jetzt komplette Ganzkörperrasur angesagt ist. Der Anteil z.B. der völlig Schamhaarrasierten in unser aller Blauen Fleischtheke nimmt eklatant zu. Gibt es etwas noch wiederwärtigeres als einen erwachsenen dicken fetten Schwanz gänzlich ohne Behaarung?! Man denkt doch bitteschön unwillkürlich an Päderastie, an kleine Buben, und das ist doch wirklich eklich und die Diskrepanz zwischen bubenhaftem Daherkommen und dickem Dödel ist doch auch ganz schlimm irritant. Zugegeben, die Rasur des Intimbereichs ist schon in Ordnung, man kann sich durchaus den Sack und die Mumu rasieren, bitteschön, das ist schon auch nett und auch zuweilen hygienisch. Aber gar keine Haare mehr ums Gemächte?! Wie künstlich und langweilig wollen die Schwuletten eigentlich noch werden?! Auch hier: Au weia!

Gezuckerte Tage …

Mittwoch, Mai 4th, 2005

Es ist doch immer wieder eine besondere Freude mit meiner Lieblingsfreundin Frau Zucker unterwegs zu sein und gemeinsam mit unseren Apfelinnen lieblich nebeneinand in irgendeinem netten Café mit WLan-Hotspot fa umme in Gayromeo herumzueiern, sozusagen, und einen Riesenspaß zu haben beim gegenseitigen Zeigen der allerschlimmsten Entdeckungen. Man wagt es ja eigentlich nicht sich bereits im Vorfeld vorzustellen welche Schrecken bildhafter Natur sich dann jeweils wieder auftun … und man fragt sich durchaus was diverse Herren dazu treibt sich derart grauslicht online zu gerieren und zu präsentieren. Böse Welt der Travestie! Da werden zarte Würmchen, eindeutig ersichtlich auf wüsten Bildern, in der Selbstbeschreibung zu XXL-Monstern und man fragt sich ob die Buben denn noch nie ein Zentimetermaß gesehen haben … da tummeln sich schlimmst zuschanden rasierte Nacktmuhle mit Stummelschwänzchen und halten sich für wirklich toll und Tunte an sich fragt sich dann schonmal wer hier eigentlich den größeren Schuß hat … aber es ist immer wieder sturzerheiternd bei Gayromeo, wir lieben es doch alle, dieses blaue Portal ungeahnter Erfahrungen, und, wie bereits eingangs gesagt, mit Frau Zucker macht das Ganze ja doch erst richtig Freude. Ach, ganz nebenbei: Alle Liebe zum Geburtstag, Sie schlimme Schnagelsperson, Sie! Zucker for Dalai Mama!

Leierkastenhorror

Montag, Mai 2nd, 2005

Ach was war das ein schöner Tanz in den Mai. Ich war die ganze Nacht spaßig unterwegs und hatte mehr als Freude, und dann sank ich gegen acht Uhr morgens entspannt in mein Bettchen und gedachte eigentlich gemütlich lange auszuschlummern und meinem Bobbo ein wenig Auszeit zu gönnen nach den erfüllenden Erfahrungen der Nacht.
Aber nö!
Gegen elf Uhr war das als ich im Traum einen Leierkasten auf mich zurollen sah … dann schrie eine Nachbarin “Geht das mal leiser da unten” und der Leierkasten explodierte vor mir … und daraufhin war ich wach, zwar unausgeschlafen, aber leider wach. Ich stolperte in Richtung Balkontür, hab mir dabei den kleinen Zeh angestoßen und versuchte dann ganz langsam meine Augen aufzukriegen, damit sie mir bestätigen konnten was meine Ohren so schmerzlich schon erkannt hatten: Irgend ein nervtötendes Flintenweib schrie zum Gedudel eines kranken Leierkastens allzu nah bei meinem Balkon. Ganz toll. Berlin! Kindergeburtstag oder was?! Nicht daß sich diese Person irgendwie darum geschert hätte daß erstens Sonntag war und zweitens ihr Geleier (kastenmäßig ebenso wie stimmlich) einen Toten dazu gebracht hätte freiwillig unters Bett von Teufels Großmutter zu krauchen, nö, die Alte dudelte und schrie herum als sei sie eine bösartige Inkarnation der klassischen Berliner Jöre, trotz dem offensichtlichen Mißmut der Anwohner auf deren Nerven sie herumleierte. Grauenvoll! Die Polizei die ich dann gegen 16:00 Uhr rief (als meine Nerven dank ununterbrochnenem Trara reichlich überreizt waren) konnte leider nichts weiter tun als das Weibsstück zu zwingen den Kastendeckel zu schließen damit dieser Lärmfolterapparat nicht gar so laut dröhnt da die Fohse mit der Leier zu allem Überfluß auch noch eine Ausnahmegenehmigung für ihr Malträtionsgerät besitzt. Ohne Worte, das. Ich möchte auch eine amtliche Ausnahmegenehmigung: Zum Gebrauch eines schweren Narkosegewehrs für Großwild im Tiergarten am Sonntagmittag.
Zu Zilles Zeiten mag das ja schön und nett gewesen sein mit dem Geleier im Hinterhof für die Armen, aber heute nervt das nur noch und ist höchstens am Pariser Platz für Touristen aus Korea lustig. Wenn ich Musik hören will dann tu’ ich das. Wenn ich Musikanten will bestell’ ich welche. Aber mich zwingen zu lassen von soner Krawallschachtel ihr unerträgliches Gelärme 20 Meter Luftlinie von meinen Ohren weg zu ertragen ist der Gipfel der Rücksichtslosigkeit.
Zudem hatte sie ihre ganze Bagage dabei, komplette Family, Ömmens, Enkel, dazu Tisch mit Tischdecke, Stühle, Frikadellen, Getränke und weiß der Teufel noch was, alles wie in der Imbißbude am See aufgebaut mitten auf dem Spielplatz, allein die Schlepperei von dem ganzen Gerümpel muß schon arg gewesen sein. In Moabit im Hinterhof hätte das viel besser hingepaßt. Da kommt die Bagage wahrscheinlich auch her um unsereiner elitärer Schwuchtel im Park dann auf die Nerven zu gehen. Wozu bin ich hierher gezogen ins Grüne?! Doch nicht um Leierkastengedudel und den schlimmsten Pöbel aus Sonstwoher am Sonntag in meinem heißgeliebten stillen Wohnviertel zu ertragen! Wenn ich sowas haben will und Schlimmeres zieh’ ich nach Neukölln oder in’n Wedding.
Au weia. Irgendwann demnächst bauen sie auf der Wiese wieder ihre Partyzelte auf und grillen billige Wurscht wie letztes Jahr als ich drei Tage den Gestank von verbranntem Grillgut  in der Wohnung hatte. Sommer in der Stadt. Immer wieder gerne erlebt …

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