Archive for März, 2005

Kann der der Vatikan denn nicht …

Sonntag, März 27th, 2005

Ja also wirklich … hat denn der Herr Papst keine Möglichkeiten endlich einmal für eine gescheite Schola im Vatikan zu sorgen?! Es ist doch jedes Jahr das Selbe jämmerliche Schauspiel. Alljährlich zu Ostern muß die Welt es ertragen daß da auf dem riesigen Petersplatz eine andächtige Menschenmenge steht, das ganze bezaubernde Brimborium abläuft, traumschöne Blümchen und anderes Grünzeug, köstliche Fummel, Weihrauch zum High werden und dann diese lächerliche Schola, die sich mithilfe diversester weiterer Chöre vergeblich müht irgendwie den Raum zwischen Berninis prächtigen Kollonaden mit passendem Klang zu erfüllen. Was leider nie gelingen will. Es klingt leider ja immer kläglich und verloren. Und bitte, vom Vatikan erwarte ich doch, daß das Ausmaß, die Glorie und die Fülle der Musik an Ostern dem Umfeld entspricht, sprich: Großartig ist. Laut. Bombastisch. Ergreifend. Und nicht so ein dürftiges Gesinge abgibt. Nebenbei bemerkt: Eine gescheite Orgel könnten die Prälaten sich auch einmal anschaffen, dies jämmerliche Instrument was man da zaghaft hören muß entspricht auch in keinster Weise der Örtlichkeit und der Bedeutung der Festivität.
Und eine Verstärkeranlage könnten die Papisten sich bitte anschaffen, die auch den Namen verdient. Daß es über die Piazza San Pietro donnert und nicht derart winselt wie heute wieder. Man möchte doch auch etwas von dem ganzen Spektakel haben und nicht jedes Jahr aufs neue so peinlich berührt sein von diesen leisen Bubenstimmchen, die’s ja recht redlich versuchen, aber leider so klein und atemlos klingen und zudem schräg singen. Einen Dirigenten bitte der etwas taugt und die Kinderlein singen lehrt, oder fliegt die Thomaner ein, die Sängerknaben oder einen englischen Knabenchor von den Anglikanern, die können’s wenigstens richtig. Und ersetzt diese schlimmen (teilweise steinalten stimmlosen) Sänger (Priester? Bischöfe?) durch Leute die das können und stellt nötigenfalls irgendwie die Liturgie entsprechend um. Das wäre mal eine Reform in der Ecclesia, die der Welt etwas brächte: Guten, klaren und schönen Gesang und nicht diese Beleidigung der Ohren die allösterlich auf den Planeten einwimmert. Ich harre des Tages an dem ein Wunder endlich für gottgefälliges Geschmetter sorgt am Osterfest auf dem Petersplatz.
Über die lachhaften Glöcklein der größten Kirche der Christenheit rede ich jetzt nicht weiters …
Wenigstens haben die Papisten in Rom auch Scheißwetter wie wir in Berlin. Das freut die alte Protestantin in mir schon arg :-) … so, und nu schau ich ob die alte Mumie es schafft den Segen Urbi et Orbi aus seinem Fenster seiner bescheidenen Privatgemächer heraus in die Welt zu röcheln. Der arme kranke Kleriker. Kann einem schon alles leid tun, das. Öffentliche unnötige Qualerei, nicht ganz meine Welt … er könnte doch wirklich abdanken und sich eine nette Restzeit in einem guten Pflegeheim mit freundlichen Nönnlein gönnen und dem nächsten Zölibatären mit Tiara Platz machen damit es wieder lohnt sich richtig über die Kirche aufzuregen …

Eigener Herd ist Goldes wert …

Samstag, März 26th, 2005

Ja, so macht das Freude … und tunt’ sitzt bis in die Puppen und schraubt sich virtuell ‘nen Wolf. Aber: Jetzt logiere ich mit meinem Blog in meiner eigenen Kemenate darselbst, sozusagen, nix mehr mit Fremd-Hosting bei irgendeinem amischen Proveida dessen Vorlagen nicht eindeutschbar zu sein scheinen. OK, wir haben den Krieg verloren und anglizieren sowieso zusehends, aber ein wenig einheitliche Muttersprachlichkeit in den Benennungen von z.B. Verweise statt Links, Archiv statt Archive etc. auf einer Seite mag doch bitte auch sein dürfen, schon aus Gründen der Ästhetik. Ich habe es also heute nacht geschafft, vermittels WordPress meinen Blog selber zu hosten und zu verwalten.Zwar ist das Design noch das Standardzeuch und auch die erwähnten Benennungen sind noch lange nicht so wie ich das haben will, aber das wird sich in Bälde ändern. Ich arbeite dran und tu mein Bestes.
Wenn denn die Suche nach dem Zauberdödel mich dazu kommen läßt über Ostern. Moment, das waren die Zauberklöten. Man gerät ganz durcheinander und sowieso, Berlin riecht ja aber auch dieser Tage so arg. Nach Leder. Und Männerschweiß. Kein Wunder daß mir ganz elend und eklich ist. Überall behaarte Viecher (was ich ja gerne mag) die in schwarz gefärbter und mit diversen Stahlaccesoires verunzierter toter Kuhhaut herumschwänzeln (was ich weniger gerne mag …) und anscheinend Wert darauf legen sehr unter sich zu sein und nur mit Ihresgleichen Binga-Binga zu betreiben. Sehr seltsame Wesen zuweilen, diese Lederleute … aber bitte, wir leben ja in Ex-Preußen, und noch hat die alte friderizianische Devise “Jeder nach seiner Façon” einen Stellenwert, und den achte ich gebührend.
Fetisch im Sexuellen war noch nie mein Ding. Ich könnte wahrscheinlich vor Lachen meinen Arsch nicht entspannen wenn mich ein Kerl in Ledermontur poppen wollte. Und diese netten Leute sind ja auch oft so humorlos fixiert auf ihre Vorliebe, man darf ja da nichts falsches sagen, sonst werden sie übellaunig …
Und sonst? Das Land wird immer absurder: Gottschalk macht Bibel-Test im ZDF mit Desièe Nick und Herrn Hahne, oder wie hieß der noch, und anderen wissenden Menschen Ich war fasungslos. Das Beste an der Sendung war wohl wieder einmal Frau Nick sowie der hochlustige Trailer, der einen schon Tage zuvor die Angst in die Zehennägel trieb … war Moses Elephantendompteur?!

Musike & Der Spielplatz unter meinem Balkon …

Montag, März 21st, 2005

Tunt’ hat ja gerne eine große Sammlung netter Lala.
Mir ist die Tage Caterina Valentes “Plenty Valente in New York” in die Fänge geraten. Kann ich nur empfehlen, gehört in jede schöne Sammlung! Fuffziger in reinster Güte, ein Genuß für die verwöhnten Öhrchen.
Wenn tunt’ das beaubernde Lauschwerk denn man ohne störendes Geschrei von draußen her in normaler Zimmerlautstärke bei angelehnter Balkontür überhaupt sinnvoll hören kann …
Denn … nun ja, es sind ja jetzt die lieben Kinderlein vom Spielplatz unter meinem Balkon wech. Es ist dunkel und da krauchen sie heim in ihre Hinterhöfe in Moabit, die kleinen lauten Scheißer mit ihren modernen antiautoritären aufgeklärten liebevollen Müttern und Vätern. Endlich. Es ist still, nur die Vöglein singen leis’. Die S-Bahn quietscht in der Kurve. Normale Geräusche der abendlichen Stadt. Endlich. Endlich. Endlich.
Ich fürchte den Sommer …
Immer wieder ertappe ich mich beim Gedanken angesichts des akustischen Grauens welches hier in meiner bescheidenen Behausung jedes Jahr aufs Neue auf mich einhämmert ein unauffälliges kleines Luftgewehr zu erstehen um mit aller gebotenen Hinterlist und Tücke heimlich auf die Jagd nach unfähigen dummen Eltern zu gehen, die nicht in der Lage sind ihre Kinder zumindest ein wenig anzuhalten Rücksicht zu erlernen auf andere Menschen mit Ohren.
Und da wundert sich dies Land daß die lieben Kleinen so rotzfrech, ignorant und unverschämt sind.
Ja bei der nicht vorhandenen Erziehung kein Wunder, wenn die Plagen kreischen können und dürfen solange sie wollen so laut sie wollen ohne daß jemals irgendwer ihnen beibringt daß auch Grenzen gesetzt werden können und müssen und irgendwann auch wieder etwas weniger hysterisches stundenlanges Schreien angesagt ist, oder am besten einfach mal normales Spielen ohne derartig nervenzerrüttenden Dauergeräuschpegel von morgens früh zwischen Acht und Neun an. Die erste Kita die augenscheinlich keine anderweitigen Räumlichkeiten zur Erfüllung ihrer Aufgaben besitzt schlägt üblicherweise so um diese Zeit auf, und die Rundumbeschallung durch zarte Kinderstimmlein währt dann fort bis abends um Sechs, im Hochsommer bis Zehn. Morgens die Kitas, ab Mittag dann das Müttergeschwader mit Anhang bis gegen Abend, so ab Viere oder Fünfe aufn Abend dann auch die Väter mit den Halbwüchsigen plus Hundi und Sonntags im Sommer feiert die vermaledeite Brut mit ihren glücklich und stolz lächelnden Erzeugern dann noch bis Elf am Abend oder auch mal länger regelmäßig Kindergeburtstag auf der Wiese neben dem Spielplatz mit kompletter Ausstattung, Grill, Partyzelt, Schnischnaschnappi-Gedudel nebst z.B. stundenlang piependen und heulenden Spielzeugfeuerwehrautos (Woher haben die derart langlebige Batterien?!). Und dann kommen ja danach noch gerne mal, wie bereits erwähnt mit den Vätern zusammen, die Rotzlöffel der Altersklasse von 7 bis 16 und spielen Fußball wo sie es laut Berliner Grünflächengesetz gar nicht dürfen, wobei, hier sind am schlimmsten die wie die Gorillas im Zoo in unerträglicher Lautsärke Kommandos herumbrüllenden eifrig mitbolzenden Papas, die sich gerieren als seien sie die Spitzenspieler von Dynamo Dresden. Sind denn diese Männer nicht anderweitig ausgelastet?! Haben die keine Autos zu reparieren, keine Modelleisenbahn zu bauen für die lieben Buben zur Weihnacht?!
Wer auch immer diese schwachsinnige Idee hatte *direkt* vor ein Haus mit 1-Zimmer-Apartments, bewohnt zumeist von kinderlosen alleinstehenden älteren Damen (es wird ja schon Gründe geben warum diese alleinstehenden Frauen keine halslosen Ungeheuer in die Welt brachten) einen Spielplatz zu setzen gehört ins tiefste dunkelste feuchteste Verlies gesperrt, und zwar zusammen mit den durchschnittlich 25 – 50 nervtötenden Bälgern die hier jeden Tag im laufe der Stunden von Morgens bis Abends an den Nerven alller BewohnerInnen zerren mit ihrem Geheul, kaum daß das Wetter einigermaßen schön und warm ist.
Das mit dem Spielplatz unter meinem Balkon war bestimmt so eine absurde 68er-Idee von Vermischung der Wohnumfelder oder sonst so ein sinnentleerter sozialelysischer Harmoniedreck. Und obendrein habe ich bestimmt schlechtes Karma aus einem früheren Lotterleben und muß jetzt allsommerlich akustische Buße erleiden für vergangene Schandtaten.
Bin ich also eine böse alte Frau, die unschuldige Kinder verabscheut? Oder möchte ich nur an Tagen wie heute meine Musik in Ruhe genießen und im Sommer meinen bezaubernden Balkon mit Blick ins Grüne nutzen können ohne Nerventropfen, hysterische Anfälle und Ohrstöpsel nebst wüstesten Mordgedanken?!
Aber Kinder dürfen ja alles. Sie sind sakrosankt, wer es wagt einmal den Mund gegen die Windelmonster aufzutun ist gleich ein schlechter übler gemeiner erzkonservativer bösgelaunter Mensch. Die Bälger können tun und lassen was sie wollen wie sie wollen wo sie wollen und die netten Eltern sind augenscheinlich mehrheitlich nicht in der Lage für Zucht und Ordnung bei ihrem Nachwuchs dann zu sorgen wenn es mal nötig wäre. Wenn ich wie dieses liebliche Kindlein heute Mittag eineinhalb Stunden ohne Unterbrechung in Stadionlautstärke zu Schreien versucht hätte um trotzig meinen Willen zu bekommen wäre ich einer heilsamen Backpfeife meiner verehrten Frau Mutter absolut sicher gewesen, allein schon weil sie sich zu Tode geschämt hätte vor ihrer Umwelt mit dem verzogenen Kreischplach im Schlepptau.

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